Bundesgefördertes Forschungsprojekt Opti4Apps soll Qualität mobiler Applikationen sichern

Im Forschungsverbund mit den Projektpartnern Fraunhofer Institut für Experimentelles Software Engineering (IESE), dem UniTyLab der Hochschule Heilbronn sowie der Centigrade GmbH entwickelt Heidelberg Mobil ein Konzept zur „Optimierung mobiler Dienstleistungsapplikationen durch rückmeldungsbasierte Qualitätssicherung“. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit 2,1 Mio. € geförderte Vorhaben – kurz: Opti4Apps – hat zum Ziel, die Marktakzeptanz mobiler Dienstleistungsapplikationen zu steigern, indem Nutzerfeedback frühzeitig, schnell und teilautomatisiert verarbeitet wird.

Mobil erfolgreich mit Opti4Apps: Wer sich am stetig wachsenden mobilen Markt behaupten will, muss neue Trends schnell aufspüren und innovative Dienstleistungen wie Informations-, Bestell- oder Navigationsdienste möglichst ohne lange Vorlaufzeit freischalten. Die gewünscht frühe Markteinführung allerdings bedingt häufig eine verkürzte Entwicklungszeit – und birgt das erhebliche Risiko, mit unausgereiften Produkten und Qualitätsmängeln interessierte Nutzer langfristig zu verprellen.

Ein Konzept zur Lösung dieses Problems wird nun im Forschungsprojekt Opti4Apps erarbeitet. Angelehnt an die Prinzipien des Lean Managements zielt dieser Ansatz zur Qualitätssicherung darauf ab, innerhalb einer sehr kurzen Zeitspanne ein sogenanntes Minimum Viable Product (MVP) zu entwickeln, also ein Produkt, das zunächst nur die essenziellen Basisfunktionen abdeckt. Feedback zu diesem MVP wird direkt eingeholt und mit dem Ziel der Erweiterung und Verbesserung des Produkts umgehend ausgewertet.

Heidelberg Mobil konzipiert Software und betreut Realisierung

„Anbieter mobiler Applikationen sehen sich aufgrund der Schnelligkeit der Branche mit dem Zielkonflikt konfrontiert, festgestellte Marktlücken in kürzester Zeit mit einem Produkt füllen zu müssen, um potenziellen Mitbewerbern zuvorzukommen – andererseits darf die Anwendung nicht enttäuschen, da durch schlechte Bewertungen langfristig Nutzer verloren gehen“, so Dr. Carsten Günther, Koordinator des Forschungsprojekts, dessen Unternehmen Heidelberg Mobil für die Software-Konzeption und Realisierung verantwortlich zeichnet und damit die technische Basis bietet. „Anzustreben ist daher ein Produkt mit minimalen, aber sinnvollen Funktionen, die erst nach Markteintritt gemäß identifizierter Nutzerbedürfnisse ausgebaut werden. So ist garantiert, dass das Produkt sich an der tatsächlichen Nachfrage orientiert und nicht am Markt und am Kunden vorbei entwickelt wird.“

Opti4Apps räumt den Nutzern damit eine zentrale Funktion ein: ihre Rückmeldungen sollen möglichst früh erfasst und zeitnah berücksichtigt werden, beispielsweise über direkte Feedback-Aufforderungen in der App oder Foren. Auch mittels Data Mining und entsprechender Analysetools werden Nutzerverhalten und Fehlermuster genauestens evaluiert, sodass kritische Punkte sofort identifiziert und überarbeitet werden können. Auf diese Weise soll die Qualität der App verbessert, ihre Marktakzeptanz gesichert und die Verbreitung und Nutzung langfristig ausgeweitet werden.

Das große Ziel von Opti4Apps ist es somit, die Usability und Akzeptanz mobiler Applikationen zu steigern. Um die Wirksamkeit des Konzepts zum einen für Endverbraucher, zum anderen auch für Anwender im Unternehmenskontext nachzuweisen, haben sich die Deutsche Messe AG Hannover und Unify Deutschland GmbH & Co. KG als Kooperationspartner zur Verfügung gestellt.

Das Forschungsvorhaben läuft bis April 2019.

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